Chronik von Timmel

Chronologie von Timmel / Timberlae

Diese Orts-Chronik wird aus allen bekannten und verfügbaren Dokumenten erstellt und wird kontinuierlich erweitert. Haben Sie Fehler entdeckt? Haben Sie Hinweise oder Ergänzungen? Schreiben Sie ein E-Mail an info@timmel.net.

2018

Was wohl dieses Jahr passiert?

2016

Im Dezember 2016 wird der Betrieb des Restaurants „Zum Preußischen Adler“ in Timmel eingestellt.

2014

Der Ort Timmel verzeichnet zum 30.06.2014 insgesamt 998 Einwohner. Die Gemeinde Großefehn hat 13.711 Einwohner.  (Quelle: www.grossefehn.de)

2013

Im Januar 2013 wird der Betrieb des Restaurants „Dinkgräve“ eingestellt. Das Gebäude wird später – im Jahr 2015 – zu einem Mehrfamilienhaus umgebaut.

2011

Das Jubiläumsjahr.

2010

Erster Spatenstich für neue Sportanlage am Donnerstag, 09. Dezember 2010. Zum ersten offiziellen Spatenstich für den ersten Bauabschnitt der neuen Sportanlage des SuS Timmel e.V. schritten der erste Vorsitzende des Vereins, Günther Knälmann, als Vertretung des Gemeindebürgermeisters von Großefehn, Günther Siefken und die stellvertretende Ortsbürgermeisterin für Timmel/Westgroßefehn, Uta Janssen, zur Tat. Das Projekt hat ein Gesamtvolumen von 910.000 Euro. Der erste Bauabschnitt umfasst den Sportplatzbau mit Beregnungsanlage mit einem Budget von 445.000 Euro, die auch noch im Jahr 2011 verbaut werden. Der zweite Bauabschnitt umfasst den Bau des Vereinsheims, der Parkplätze und Nebenflächen und hat ein Budget von 465.000 Euro. Die Fertigstellung des gesamten Vorhabens ist für den Saisonbeginn 2012/2013 avisiert.

Eröffnung der Paddel & Pedal-Station und der Strandsauna – als erste öffentliche Sauna in der Gemeinde Großefehn –  am 21.05.2010 am Timmeler Meer.

2007

Eröffnung des Reitsport- und Touristik-Centrums in Timmel.

Der Ort Timmel hat eine Fläche von 1.186 ha und 926 Einwohner per 11.06.2007. (Quelle: Gemeinde Großefehn)

2004

Gründung des Frauenchors CANTARELLA TIMMEL.

2003

Die Ortsteile Timmel und Westgroßefehn werden offiziell Luftkurort. Dieter Boll, Regierungsvizepräsident des Bezirkes Weser-Ems überreicht am 11.07.2003 dem Gemeindebürgermeister Hayo Wolters die Urkunde. (Quelle: Ostfriesische Nachrichten vom 12.07.2003)

1998

Der südlich vom Timmeler Meer liegende natürliche Niedermoorsee – das „Boekzeteler Meer“ –  wurde per Verordnung vom 22.04.1998  mit seinen angrenzenden Grünland- und Röhrichtflächen als Naturschutzgebiet ausgewiesen. (Quelle: http://www.nlwkn.niedersachsen.de)

Die Poststelle Timmel wurde 1998 geschlossen, die nächste Poststelle befindet sich in Ostgroßefehn. (Quelle: Kulturhistorischer Abriß von Siegfried Lüderitz)

1991

Am 14.11.1991 wurde zur Erinnerung an die dramatischen Ereignisse von 1811 an der Tatjebrücke ein Gedenkstein (Franzosenstein) enthüllt. (Quelle: fehntouristik-eiland.de Stand: 2008)

1990

1990 erhielt Timmel die staatliche Anerkennung „Erholungsort“. (Quelle: Kulturhistorischer Abriß von Siegfried Lüderitz)

Am Rande des Dorfplatzes an der Ortsdurchfahrt steht der Baum der Deutschen Einheit. Er wurde 1990 vom Ortsbürgermeister aus einem Dorfe der damaligen DDR in Sachsenanhalt mitgebracht. Er zeugt davon, daß sich Mauer und Zonengrenze geöffnet hatten, die Wiedervereinigung ermöglicht wurde und der Wunsch nach Frieden mit dem Osten sich erfüllt hatte. (Quelle: fehntouristik-eiland.de Stand: 2008)

1985

Die Friedensbirke steht in der Nähe der Alten Dorfschule. Sie wurde zum 40jährigen Kriegsende 1985 gepflanzt. Damals stand die Bewahrung des Friedens angesichts des Ost-West-Gegensatzes im Vordergrund. (Quelle: fehntouristik-eiland.de Stand: 2008)

1985 bis 1986 wurde neben dem Boekzetelermeer das Timmeler Meer mit einer Größe von 25 ha künstlich neu geschaffen, um Perspektiven für ein neues Ferienzentrum in Timmel zu eröffnen. (Quelle: Kulturhistorischer Abriß von Siegfried Lüderitz)

1983

Eine Dorferneuerung – die erste in Ostfriesland – wurde von 1983 bis 1990 im Rahmen der Flurbereinigung Großefehn durchgeführt. (Quelle: Kulturhistorischer Abriß von Siegfried Lüderitz)

1976

Der Unterricht in der im Jahre 1891 erbauten zweiklassigen Volksschule (Dorfschule / Grundschule) wird eingestellt. (Quelle: fehntouristik-eiland.de Stand: 2008)

1976 wurden unter dem Fußboden der Timmeler Kirche Fundamente der im 13. Jahrhundert errichteten Backsteinkirche und letzte Spuren einer Vorgängerkirche aus Holz aus dem 12. Jahrhundert sowie eine Anzahl alter Münzen und größere Getreidemengen gefunden. (Quelle: Kulturhistorischer Abriß von Siegfried Lüderitz)

1974

Ein Flurbereinigungsverfahren wurde, nachdem es zu Beginn der sechziger Jahre zunächst abgelehnt worden war, von 1973 bis 2002 durchgeführt und umfasste eine Fläche von 1 148 ha mit 599 Beteiligten. Dabei wurden auch Flächen für den Tourismus bereitgestellt. Das wasserreiche Fehntjer Tief macht Timmel für Angler und Wassersportler anziehend. 1974 entstand beim Freizeitgelände Timmel an der Mühle ein erster See. (Quelle: Kulturhistorischer Abriß von Siegfried Lüderitz)

1972

Im Zuge der Verwaltungs- und Gebietsreform ist Timmel seit 1972 Teil der Einheitsgemeinde Großefehn und damit kommunal nicht mehr selbständig. (Quelle: Kulturhistorischer Abriß von Siegfried Lüderitz)

1970

Zu Beginn der 1970er Jahre begann man mit der Erschließung Timmels für den Tourismus. Der neu gegründete Bootsverein schuf am Mühlentief einen ersten Bootshafen mit 50 Liegeplätzen. Zugleich legte der ebenfalls neu gegründete Heimat- und Verkehrsverein einen provisorischen Campingplatz an. (Quelle: Kulturhistorischer Abriß von Siegfried Lüderitz)

1969

Im kulturellen Bereich wurde im März 1969 der Heimat- und Verkehrsverein gegründet. (Quelle: Kulturhistorischer Abriß von Siegfried Lüderitz)

1968

Bürgermeister in Timmel: Erich Cassens (1968 – 1972) (Quelle: www.wikipedia.de) Gestorben Januar 2010.

1967

Gründung des Sportvereins SUS Timmel e.V. Der SuS Timmel wurde als reiner Fußballverein ins Leben gerufen. Im Laufe der Jahre hat sich der Verein zu einem modernen Mehrspartenverein entwickelt. (Quelle: www.sus-timmel.de)

1962

Die Gemarkung Timmel umfasste 1962 1.100 ha. (Quelle: Kulturhistorischer Abriß von Siegfried Lüderitz)

1959

1959 setzte mit dem Verkauf von Bauplätzen eine rege Neubautätigkeit in Timmel ein. (Quelle: Kulturhistorischer Abriß von Siegfried Lüderitz)

1954

Bürgermeister in Timmel: Hinrich Andreeßen (1954 – 1968) (Quelle: www.wikipedia.de)

1949

1949 gab es in Timmel noch 87 landwirtschaftliche Betriebe, davon aber allein 53 mit einer Betriebsfläche unter 5 ha. (Quelle: Kulturhistorischer Abriß von Siegfried Lüderitz)

1948

Bürgermeister in Timmel: Hermann Onnen (1948 – 1954) (Quelle: www.wikipedia.de)

1947

Gründung eines Kleingartenbauvereins, der bis 1957 Bestand hatte (Quelle: Kulturhistorischer Abriß von Siegfried Lüderitz). Gründung des Fahr- und Reitvereins Timmel e.V.

1946

Von der Besatzungsmacht wurde der Bürgermeister wegen seiner Zugehörigkeit zur NSDAP abgesetzt und ein politisch unbelasteter Nachfolger eingesetzt. Führende örtliche Nationalsozialisten wurden in ein Lager gebracht. Die Einsetzung eines ersten demokratisch gewählten Gemeinderates nach Kriegsende erfolgte 1946 unter Anwesenheit eines Offiziers der Besatzungsmacht. Schon vor Kriegsende setzte ein Zustrom von Flüchtlingen aus Ostdeutschland ein. 1946 gab es 159 Flüchtlinge und Vertriebene, das waren 21% der Bevölkerung. Von 172 Zuzügen, die 1948 registriert wurden, kamen 58, also ein Drittel, aus den Ostgebieten und der sowjetischen Besatzungszone. Mit 169 Vertriebenen und Flüchtlingen stellten diese Bevölkerungsgruppen 1950 immer noch 23% der ortsanwesenden Bevölkerung in Timmel. Unter solchen Voraussetzungen kam es 1947 zur Gründung eines Kleingartenbauvereins, der bis 1957 Bestand hatte. (Quelle: Kulturhistorischer Abriß von Siegfried Lüderitz)

1945

Am 3. Mai nachmittags 3 Uhr wurde unser Ort (Westgroßefehn) kampflos von kanadischen Truppen besetzt. Die Bevölkerung war in Ihren Wohnungen verblieben und hatte dadurch unter den Kriegshandlungen weniger zu leiden, als beispielsweise die Bewohner von Timmel, die Haus und Hof verlassen und in der nahem und weiteren Umgebung Schutz gesucht hatten. . . . Daß kein Menschenleben, ja nicht einmal die leichteste Verwundung zu beklagen war, verbuchen wir als eine gnädige Fügung unseres Gottes. So ging hier am Abend des 3. Mai 1945 der Krieg zu Ende. Als letztes Kriegsopfer soll erwähnt werden Willy Wendt aus Detmold, der beim Durchqueren des Fehntjer Tiefs durch Ertrinken den Tod fand. (Quelle: Manuskript „Chronik von Großefehn“, 1949 Ulrich Otten)

1944

Im Herbst 1944 kam eine Kompanie Marineinfanterie der Deutschen Wehrmacht. 1944 musste ein alliierter Bomber notlanden. (Quelle: Kulturhistorischer Abriß von Siegfried Lüderitz)

1940

1940 wurde ein polnischer Zwangsarbeiter aus Timmel von der Gestapo Emden in das Emder Gefängnis eingewiesen und anschließend wegen eines Vergehens gegen die Verordnung für Ausländer zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. 1940 kamen auch Kriegsgefangene nach Timmel. Zunächst in einer Scheune und dann im Gebäude der ehemaligen Seefahrtschule wurde ein Kriegsgefangenenlager für etwa 30 Kriegsgefangene, Franzosen und Belgier, eingerichtet. Sie arbeiteten tagsüber bei Timmeler Bauern, aber auch in entfernteren Betrieben in anderen Orten. Zugleich erfolgte der Einsatz von dienstverpflichteten polnischen und russischen Arbeitskräften, die bei den Bauern untergebracht waren und sich frei bewegen durften. Diese wurden teilweise vom Ortsbauernführer diszipliniert. (Quelle: Kulturhistorischer Abriß von Siegfried Lüderitz)

Bürgermeister in Timmel: Hermann Blank (1940 – 1948) (Quelle: www.wikipedia.de)

1939

1939 kamen bei Kriegsausbruch 100 Wilhelmshavener Flüchtlinge in Timmel unter, die aber bald in ihre Heimatstadt zurückkehrten. (Quelle: Kulturhistorischer Abriß von Siegfried Lüderitz)

Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde Timmel mit einer Scheinwerferabteilung der Deutschen Wehrmacht belegt. (Quelle: Kulturhistorischer Abriß von Siegfried Lüderitz)

1939 gründete man in Timmel einen ersten „Ernte-Kindergarten“. (Quelle: Kulturhistorischer Abriß von Siegfried Lüderitz)

1938

1938 bis 1943 wurde ein Lager des Reichsarbeitsdienstes für die weibliche Jugend im Gebäude der ehemaligen Seefahrtschule in Timmel eingerichtet. Der Timmeler Apothekenbesitzer geriet wegen seiner Mitgliedschaft in dem Verein „Frisia zum Upstalsboom“ in das Visier des Sicherheitsdienstes. (Quelle: Kulturhistorischer Abriß von Siegfried Lüderitz)

1932

1932 gaben sie (die Timmeler Bürger) ihre Stimmen zu zwei Dritteln den Nationalsozialisten. (Quelle: Kulturhistorischer Abriß von Siegfried Lüderitz)

1928

1928 richtete man eine tägliche Busverbindung Neermoor–Timmel–Aurich ein.

1926

Eine 1926 gegründete Privatmolkerei wurde von einer Molkereigenossenschaft Timmel übernommen, ging ab Mitte der 1930er Jahre aber wieder ein (Quelle: Kulturhistorischer Abriß von Siegfried Lüderitz). Die heutige Freiwillige Feuerwehr wurde am 17.04.1926 gegründet.

1925

Aus einer „Notherberge für Wanderer“, die man nach dem Ersten Weltkrieg auf dem Boden der Timmeler Schule eingerichtet hatte, entwickelte sich 1925/1926 eine Deutsche Jugendherberge, die zeitweise wohl auch im alten Gebäude der Seefahrtsschule untergebracht war. Die Jugendherberge ist nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges nicht wieder in Betrieb genommen worden. (Quelle: Kulturhistorischer Abriß von Siegfried Lüderitz)

1924

1924 wurde die Ortsfeuerwehr gegründet, nachdem von 1888 bis 1924 eine Pflichtfeuerwehr bestanden hatte. (Quelle: Kulturhistorischer Abriß von Siegfried Lüderitz)

1923

Zur Vorwerksanlage gehörten ursprünglich eine Kapelle und ein Klosterfriedhof, der ab 1923 eingeebnet wurde. (Quelle: fehntouristik-eiland.de Stand: 2008)

1922

Bürgermeister in Timmel: Heyo Bohlen (1922 – 1940) (Quelle: www.wikipedia.de)

Die Elektrogenossenschaft Timmel wurde 1922 gegründet und 1937 wieder aufgelöst, im Ortsteil Timmelerfeld gab es teilweise erst nach 1950 eine Stromanschluss. (Quelle: Kulturhistorischer Abriß von Siegfried Lüderitz)

1921

Eine genossenschaftliche Spar- und Darlehnskasse wurde 1921 gegründet, 1952 erfolgte die Verschmelzung mit der Spadaka Boekzetelerfehn. Außerdem gibt es eine Zweigstelle der Sparkasse Aurich-Norden. (Quelle: Kulturhistorischer Abriß von Siegfried Lüderitz)

1920

Bürgermeister in Timmel: Ike Müller (1920 – 1922) (Quelle: www.wikipedia.de)

1919

Beendigung des Schulbetriebes in der alten Seefahrtschule. (Quelle: fehntouristik-eiland.de Stand: 2008)

Nach dem Ersten Weltkrieg gaben sie (die Timmeler Bürger) 1919 mit großer Mehrheit ihre Stimmen den Parteien, die die Weimarer Republik trugen oder duldeten.  (Quelle: Kulturhistorischer Abriß von Siegfried Lüderitz)

1914

Bei einer Seelenzahl der Kirchengemeinde von 880 Seelen ist die Zahl der Einberufenen, die zum Teil sogleich, zum Teil im Verlauf des Krieges sich stellen mußten, als eine verhältnismäßig sehr hohe Zahl zu bezeichnen, wie sich dies sogleich aus dem nachfolgenden Verzeichnis ergibt. Die Zahl der aus dem Dorf Timmel einberufenen beträgt: 67; aus Timmelerfeld: 37; aus Ulbargen: 26; aus Westgroßefehn:; zusammen: 174. (Quelle: Manuskript „Chronik von Großefehn“, 1949 Ulrich Otten)

Bürgermeister in Timmel: Egge Mansholt (1914 – 1920) (Quelle: www.wikipedia.de)

1903

Das Gebäude des Klostervorwerkes stürzte 1903 infolge eines starken Novembersturmes ein. Das Aussehen des Gebäudes ist uns nach einer Handzeichnung von 1660 bekannt. Der Wohnteil war ein zweistöckiger Winkelbau mit großen Kellergewölben und angebauter niedriger Gulfscheune. Das Haus übertraf an Größe die anderen Timmeler Anwesen bei weitem und lag wie ein Herrenhaus abseits in seinen Ländereien. Das jetzige Platzgebäude wurde 1924 errichtet. (Quelle: fehntouristik-eiland.de Stand: 2008)

1899

Bürgermeister in Timmel: Hayo Schapp (1899 – 1914) (Quelle: www.wikipedia.de)

1897

Nicht weit davon, an einer Wegkreuzung zur Kirche erhebt sich die von einem eisernen Zaun eingefaßte Bismarckeiche. Sie kam als Geschenk des Reichskanzlers Otto von Bismarck aus dem Sachsenwalde und wurde 1897 zur Erinnerung an Kaiser Wilhelm I. in Timmel gepflanzt. Dem Zeitgeist entsprechend sollte sie damals für die Macht und Stärke Deutschland Zeugnis ablegen. (Quelle: fehntouristik-eiland.de Stand: 2008)

1896

1896 brannte das Pfarrhaus nieder. Dabei wurden neben vielen Unterlagen von den Vasa sacra auch eine zinnerne Weinflasche und eine aus dem Jahr 1501 stammende Patene zerstört. In Timmel hat es entgegen mancher Überlieferung nie ein eigenes Nonnenkloster gegeben. (Quelle: Kulturhistorischer Abriß von Siegfried Lüderitz)

1891

Im Jahre 1891 wurde eine neue zweiklassige Volksschule gebaut, in der bis 1976 Grundschulunterricht erteilt wurde. Auf Grund örtlicher Initiativen wurde das leerstehende Schulgebäude 1991 um- und ausgebaut. Heute sind darin der Kindergarten, die Wandergruppe und die evangelische Gemeindebücherei untergebracht. Die Ortsfeuerwehr erhielt einen eigens angebauten Seitenflügel, in dem die Wagenhalle und der Übungsraum Platz gefunden haben. Der alte Schulhof ist Dorfplatz geworden und bietet Platz für die Durchführung örtlicher Feste und Veranstaltungen. (Quelle: fehntouristik-eiland.de Stand: 2008)

1888

In den Jahren 1888 bis 1926 gab es in Timmel eine Pflichtfeuerwehr.

1886

Bürgermeister in Timmel: Soeke Soeken (1886 – 1899) (Quelle: www.wikipedia.de)

Von 1886 bis 1934 gab es regelmäßige jährliche Viehmärkte in Timmel. (Quelle: Kulturhistorischer Abriß von Siegfried Lüderitz)

1885

1885 wurde aus dem Amt der Kreis Aurich gebildet. 1818 bis 1854 gab es eine Steuerrezeptur in Timmel, die von einem Landwirt wahrgenommen wurde. Im Gerichtswesen war Timmel stets Aurich zugeordnet, doch wurden von etwa 1900 bis 1933 in Timmel monatliche Gerichtstermine zur Klärung von Erb- und Grundbuchsachen abgehalten. Außerdem gab es in Timmel in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine Landjäger- bzw. Gendarmeriestation. Timmel gehörte früher zur Oberemsischen Deichacht und Oldersumer Sielacht, heute zum Entwässerungsverband Oldersum. (Quelle: Kulturhistorischer Abriß von Siegfried Lüderitz)

1884

1884 bekam die Timmeler Kirche einen neuen Altar. Er wurde von Lümkea Gerdes aus Westgroßefehn gestiftet, kostete 1000 Taler und ist aus edlen amerikanischen Hölzern geschnitzt. Er zeigt den Gekreuzigten mit Maria und Johannes und an den Seiten die Apostel Petrus und Paulus. Neben der Jahreszahl 1884 ist am Altar klein der Name der Stifterin angebracht und ebenso unauffällig der Name des damaligen Timmeler Geistlichen Siemens. Bei Aufstellung dieses Altars wurde die Ostempore abgebrochen. Der alte Abendmahlkelch zeigt noch die Art des romanischen Kelches.  (Quelle: http://kirche.timmel.net)

1880

Bürgermeister in Timmel: Reinder Rinderts Saathoff (1880 – 1886) (Quelle: www.wikipedia.de)

1887

Die Timmeler unterstützten 1887 mit großer Mehrheit die Politik Bismarcks, verhielten sich kaisertreu und staatstragend. (Quelle: Kulturhistorischer Abriß von Siegfried Lüderitz)

1867

1867 gab es bei 510 Einwohnern in Timmel 111 Pferde, 706 Stück Rindvieh und 141 Schafe. Timmel hat lange Zeit im wirtschaftlichen, aber auch geistlichen und sozialen Bereich eine zentralörtliche Funktion für die in seinem Umfeld entstehenden Fehne besessen. (Quelle: Kulturhistorischer Abriß von Siegfried Lüderitz)

1865

1865 ließ sich im Ort auch ein Tierarzt nieder. (Quelle: Kulturhistorischer Abriß von Siegfried Lüderitz)

1862

Bürgermeister in Timmel: Hermann Heinrich Cassens (1862 – 1880) (Quelle: www.wikipedia.de)

1852

Das markanteste Gebäude Timmels ist ohne Zweifel die ehemalige Seefahrtschule. Vor mehr als 150 Jahren wollte man wegen der zunehmenden Schiffshavarien nur noch ausgebildeten und geprüften Steuerleuten die Führung eines Schiffes anvertrauen. Auf Drängen der Fehne mit ihrer seemännischen Bevölkerung wurde im zentral gelegenen Timmel 1846 in angemieteten Räumen der Lehrbetrieb eröffnet. Der erste Lehrgang wurde von 23 Schülern besucht. Das jetzige Gebäude wurde 1852 errichtet und erhielt 1876 durch Erweiterung und Aufstockung sein heutiges Aussehen. Obwohl die Seefahrtschule Timmel keine Vollanstalt blieb, nahm die Schülerzahl auf 200 zu und übertraf alle Seefahrtschulen in der Provinz Hannover. 1919 wurde sie geschlossen. Man kann diese Jahrzehnte, in der die Seefahrtschüler z. T. bei Timmeler Familien wohnten und verkehrten, auch allerhand Schabernack anstellten, als die große Zeit Timmels bezeichnen. Bekanntester Schüler war Felix Graf Luckner, der sich 1903, wie er in seinem Buch „Seeteufel“ schreibt, längere Zeit in Timmel aufhielt. (Quelle: fehntouristik-eiland.de Stand: 2008)

Von 1852 bis 1859 gab es das eigenständige Amt Timmel in Aurich. (Quelle: Kulturhistorischer Abriß von Siegfried Lüderitz)

1850

Timmelerfeld ist im Anschluss an die Gemeinheitsteilung ab 1850 als Kolonie auf kultiviertem Boden entstanden (Quelle: Kulturhistorischer Abriß von Siegfried Lüderitz). Die erste schriftliche Erwähnung einer Art Löschmannschaft in Timmel datiert vom 24. Dezember 1850.

1848

Während der Revolution 1848 versammelten sich in Timmel bäuerliche Abgeordnete, um ihren sozialen und politischen Forderungen Ausdruck zu verleihen. (Quelle: Kulturhistorischer Abriß von Siegfried Lüderitz)

1843

Zwischen 1801 und 1843 waren in Timmel als „Anbau- und Abbaustellen“ bereits 9 Kolonistenhäuser mit 39 Seelen, wahrscheinlich in Anbindung an das Dorf, entstanden. Es ist nicht auszuschließen, daß man dazu auch die Häuser der Ostkommune rechnete. (Quelle: Von der Schwierigkeit, sich in Timmelerfeld als Kolonist anzusiedeln, Beilage zur OZ von Siegfried Lüderitz)

1835

Bürgermeister in Timmel: Berend Soeken (1835 – 1862) (Quelle: www.wikipedia.de)

Am 16. Oktober 1835 beantragte Detmers mit Einverständnis der Eigentümer die Umwandlung der Filialapotheke in eine selbstständige Apotheke. (Quelle: http://www.loewenapo-timmel.de)

1832

Im Januar 1832 wurde Anton Günther Detmers als Filialleiter der Löwenapotheke verpflichtet. (Quelle: http://www.loewenapo-timmel.de)

1831

Seit 1831 hat es danach in Timmel durchgängig eine Hausarztpraxis und zusätzlich eine Apotheke gegeben. (Quelle: Kulturhistorischer Abriß von Siegfried Lüderitz)

Im September 1831 erhielten die beiden Auricher Apotheker, Diedrich Plagge und Carl August Wellenkamp, die Genehmigung einer gemeinschaftlich betriebenen Filialapotheke in Timmel. (Quelle: http://www.loewenapo-timmel.de)

1813

Bürgermeister in Timmel: Egge Weers (1813 – 1835) (Quelle: www.wikipedia.de)

1811

Der am 14.11.1991 enthüllte Franzosenstein erinnert daran, daß es in dieser friedlichen Landschaft am 14. April 1811 zu einem Feuergefecht zwischen französischen Truppen und ostfriesischen Seeleuten kam. Einem französischen Kommando wurde auf seinem Weg nach den Fehnen hier in den Meeden von Fehntjer Schiffern der Weg verlegt. Es mußte sich, nachdem die Fehntjer mit ihm scharfe Schüsse gewechselt hatten, unverrichteter Sache wieder nach Aurich zurückziehen.

Wie war es dazu gekommen? Nachdem der französische Kaiser Napoleon fast ganz Europa erobert hatte, versuchte er auch noch die Seemacht England in die Knie zu zwingen. Dazu benötigte er erfahrene Seeleute. Das damals von Frankreich annektierte Ostfriesland sollte 300 Mann stellen, die aus einer Gesamtzahl von etwa 2600 Seeleuten ausgelost werden sollten. Bei diesen Auslosungen war es schon in Leer und Detern zu Unruhen gekommen, weil es noch nie eine Wehrpflicht für Ostfriesen gegeben hatte. Bei der Auslosung im Auricher Schloß verursachten die Schiffer des Kantons Timmel einen Tumult, in dessen Verlauf der französische Präfekt mit einem Knüppel zwei Schläge erhielt und schließlich durch den Schloßgraben flüchtete.

Um die Seeleute des Kantons Timmel zur Raison zu bringen, wurde am 14. April ein militärisches Kommando nach den Fehnen in Marsch gesetzt. Die Fehntjer legten keinen Wert darauf, im Kampf mit der weit überlegenen englischen Flotte ihr Leben für die Eroberungspläne des französischen Kaisers aufs Spiel zu setzen. Sie hatten sich notdürftig bewaffnet und den Franzosen in den sumpfigen, von breiten Wasserläufen durchzogenen Meeden den Weg verlegt. So kam es zur Schießerei an der Tatjebrücke, mit dem Ergebnis, daß sich die französische Einheit wegen ihrer Schwäche über Timmel nach Aurich zurückziehen mußte.

Der Triumph der Fehntjer dauerte nicht lange. Wenige Tage später besetzten 600 Mann französische Infanterie Timmel und die umliegenden Fehne, um die Rädelsführer des Aufstandes gefangenzunehmen. Die Mehrzahl von ihnen konnten sie verhaften, andere waren geflohen, zum Teil bis zur damals britischen Insel Helgoland. Den Verhafteten wurde der Prozeß gemacht. Zwei der Angeklagten wurden zum Tode verurteilt und auf dem Kirchdorfer Feld bei Aurich erschossen.

Zur Erinnerung an diese dramatischen Ereignisse wurde 1991 an der Tatjebrücke ein Gedenkstein mit folgender Inschrift enthüllt.

Nüms een sien Sklaav!
Noit!
Schippers Upstand tegen
Napoleon
Timmel, de 14. April 1811

Als Partnern und Freunden
wird’s uns gelingen.
Frieden zu bringen:
niemals als Feinden.
14.11.1991

(Quelle: fehntouristik-eiland.de Stand: 2008)

1810

In der „Franzosenzeit“ (1809–1813) wurden 1810 die Gemeinden Timmel, Ulbargen, Großefehn, Neuefehn und Iheringsfehn zur Mairie Timmel zusammengefasst. Übergeordnete Verwaltungseinheit war der Kanton Timmel, bestehend aus den Mairien Aurich-Oldendorf, Bagband, Hatshausen, Holtrop, Riepe, Strackholt, Timmel und Weene. Den Kantonen war das Arondissement Aurich übergeordnet. War es bis 1806 ein Bauerrichter gewesen, der an der Spitze der Gemeinde stand, so war es nach Einführung der hannoverschen Gemeindeordnung nach 1815 ein Bürgermeister. Timmel gehörte jetzt zur Vogtei Timmel des Amtes Aurich in der Landdrostei Aurich. Traditionell war in Timmel ein Auskündiger ansässig, außerdem in hannoverscher Zeit ein Untervogt. (Quelle: Kulturhistorischer Abriß von Siegfried Lüderitz)

Bürgermeister in Timmel: Johann Seben Onneken (1810 – 1812)  (Quelle: www.wikipedia.de)

1779

Im Jahre 1779 hatte die Kirchengemeinde, bedingt durch das Wachstum der Fehngemeinden, die größte Ausdehnung mit Timmel, Neuefehn, Iheringsfehn, Großefehn und Ulbargen. (Quelle: Kulturhistorischer Abriß von Siegfried Lüderitz)

1777

Der alte Fritz sagt: „Das Drachengift aus China fördert nur den Müßiggang“. Der alte Fritz versucht vergeblich den Ostfriesen das Teetrinken zu verbieten.

1772

Eine Holländerwindmühle wurde 1772 gebaut. 1813 wurde der bereits begonnene Bau einer zweiten Mühle in Timmel untersagt. Die Timmeler Mühle brannte 1949 ab und wurde wieder aufgebaut. Seit 1957 ist sie nicht mehr in Betrieb und wurde 1961 abgebrochen. Der Mühlenstumpf dient heute als Gaststätte.  (Quelle: Kulturhistorischer Abriß von Siegfried Lüderitz)

1751

1751 hatte das Dorf Timmel 323 Einwohner. (Quelle: Kulturhistorischer Abriß von Siegfried Lüderitz)

1750

Um 1750 wurden die Vorwerksländereien noch einmal durch Vererbpachtung an Interessenten verkleinert. Dadurch entstanden weitere Bauernhöfe am Timmeler Hauptweg. Das Dorf Timmel hatte sich also erheblich nach Osten ausgeweitet. Zur Unterscheidung vom alten (West)Timmel nannte man diese Dorferweiterung Ostkommune. (Quelle: fehntouristik-eiland.de Stand: 2008)

1739

Das erste Schulgebäude (Dorfschule) wurde 1739/40 gebaut. (Quelle: fehntouristik-eiland.de Stand: 2008)

1737

Nach der Aufteilung der „Gemeinheit der Westtimmeler Ost(er)weide“, auch Timmelerfeld genannt, ergaben sich Möglichkeiten der Ansiedlung auf dem „Feld“, d.h. unkultiviertem, zumeist von Heide bewachsenem Land, das stellenweise auch von Hochmoor bedeckt war. Dieses Gebiet befand sich bisher im Besitz der Interessenten der Westkommune Timmel. Damit wuchs das Dorf Timmel in östlicher Richtung auf Ulbargen zu.

Als erstes Haus in Timmelerfeld entstand das Schleusenhaus bei der früheren Schleuse und Wassermühle am ehemaligen Spetzerfehnkanal. Dieser Kanal war zunächst von der Pächterin des Fürstlichen Vorwerks, Tatje Egberts, durch die Timmeler Ländereien vom Bagbander Tief aus in Richtung Ulbargen zur Entwässerung der Vorwerkswiesen angelegt worden. 1737 wurde der Kanal bis zu den „Burkampen“ an der östlichen Gemarkungsgrenze verlängert. Von dort aus setzte 1746 die Verfehnung von Spetzerfehn ein. Beim Schleusenhaus handelt es sich aber nicht um ein Kolonat. Als erster Siedler ist Cornelius Franken anzusprechen. Er errichtete um 1850 auf einer Parzelle von 2 Diemat (gut 1 ha) an der heutigen Ostermoorstraße das erste Haus in diesem Gebiet. Er wagte sich als erster in das damals unkultivierte und öde Heidfeld und setzte die landwirtschaftliche Nutzung in Gang.

Dazu heißt es am 12. April 1853: „Die Commune Timmel hat nichts dagegen zu erinnern gefunden, daß der Arbeiter Cornelius Frerichs auf einem Stücke Landes an der geteilten West-Timmeler Osterweide, welcher derselbe von Okke Ellen Wittwe und Schullehrer Arkona acquirirt hat ein Haus erbauet. Solches bescheiniget hiermit der Ortsvorsteher Frerich J. Fokken (…) mit der gehorsamsten Bitte an Königl. Wöhllöbl. Amt Timmel, dem Cornelius Frerichs zu dem beabsichtigten Neubau die policeiliche Erlaubniß zu ertheilen.“

(Quelle: Von der Schwierigkeit, sich in Timmelerfeld als Kolonist anzusiedeln, Beilage zur OZ von Siegfried Lüderitz)

1736

Am Rande eines alten Meeres, heute als Dorfteich für den Erholungssuchenden ausgebaut, liegt die Timmeler Kirche von 1736 mit dem Glockenturm von 1850. Es ist der dritte Kirchenbau nach einer Holzkirche aus dem 12. und einer mittelalterlichen Backsteinkirche aus dem 13. Jahrhundert. Der Untergrund am Randes eines Feuchtgebietes war wenig tragfähig und weist bis heute eine 90 cm starke Schicht Hochmoor auf. Durch Hand- und Spanndienste mußte eine Kirchwarf aufgefahren werden. Warum wurde ein so ungünstiger Platz ausgewählt? Wollte man die geringe Fläche des bebaubaren Landes schonen oder sollte eine heidnische Kultstätte durch den Bau einer christlichen Kirche überwunden werden? Daß es damals Meinungsverschiedenheiten über den Ort gab, beweist folgende Sage: Weil die Timmeler sich nicht darüber einigen konnten, wo sie ihre Kirche bauen wollten, trafen sie sich an der Dorflinde und hielten einen Rat ab. Sie beschlossen, die Entscheidung durch ein Gottesurteil herbeizuführen. „Laßt uns zwei Ochsen zusammenbinden und jagt sie davon. Wo sie sich niederlassen, da wollen wir unsere Kirche bauen.“ Wes es ein heißer Sommertag war suchten die Tiere Kühlung und ließen sich am Randes des Meeres im Wasser nieder. An dieser Stelle wurde nun die Warf aufgefahren und die Kirche gebaut. (Quelle: fehntouristik-eiland.de Stand: 2008)

Etwas außerhalb des Dorfes am Timmeler Hauptweg gelangt der Wanderer an einen markanten Punkt, die Tatjebrücke und den Franzosenstein. Die Tatjebrücke hängt eng mit der Entstehung von Spetzerfehn zusammen. Im Jahre 1736 bauten die Timmeler einen Kanal vom Boekzeteler Meer bis Ulbargen aus. Der Kanal ermöglichte ab 1746 die Entstehung der Moorsiedlung Spetzerfehn, wo viele Timmeler als Kolonisten sich eine Existenz schufen. Die Verwalterin des fürstlichen Vorwerkes in Timmel Tatje Egberts, mußte sich damals verpflichten, eine Brücke zu bauen, die bis heute ihren Nahmen trägt. (Quelle: fehntouristik-eiland.de Stand: 2008)

1719

Bereits 1719 gab es im Dorf einen Schmied, einen Bäcker und Krämer, einen Schneider und einen Weber. … Bereits 1719 hatte ein „wohlerfahrener Operateur“ als Wanderarzt seinen Wohnsitz in Timmel. (Quelle: Kulturhistorischer Abriß von Siegfried Lüderitz)

1718

Die Backsteinkirche wurde nach der Weihnachtsflut abgebrochen.

1717

Der Prediger Hermannus Schomerus erlebte in Timmel die Weihnachtsflut von 1717: Diese ist am ersten Weihnachtsmorgen während der Frühpredigt hereingebrochen. (Quelle: Manuskript „Chronik von Großefehn“, 1949 Ulrich Otten)

Auch von Sturmfluten bleibt Timmel nicht verschont. Die Weihnachtsflut von 1717 überschwemmt die Ländereien, das Land versalzt und wird somit zeitweise für den Ackerbau unbrauchbar. Mit Ende des 18. Jahrhunderts beginnt die Kultivierung der Hochmoore und die Gründung der Fehnsiedlungen, die insbesondere im 19. Jahrhundert vorangetrieben wurde. In diese Zeit fällt die Gründung der Seefahrtschule Timmel. (Quelle: www.wikipedia.de)

Seit 1717 ist eine Bockwindmühle als erster Gewerbebetrieb nachweisbar. (Quelle: Kulturhistorischer Abriß von Siegfried Lüderitz)

1714

Das verkleinerte Vorwerk wurde im Jahre 1714 an die Witwe Tatje Egberts und ihre Söhne Johann und Cobe vererbpachtet. Um 1830 erwarben die Nachkommen, die jetzt den Familiennamen Buß führen, das Vorwerk zum Eigentum. Dort ist die Familie noch heute ansässig. (Quelle: fehntouristik-eiland.de Stand: 2008)

1679

Seit 1679 gab es Lehrer in Timmel. (Quelle: fehntouristik-eiland.de Stand: 2008)

1633

1633/1634 begann im Auftrag von Emder Bürgern der Abbau von Hochmoor nach niederländischem Muster im Norden von Timmel. Das im Bereich der Gemarkung verbliebene Hochmoor wurde für den Hausbrand bis um 1960 abgebaut. Aus dem „Timmeler Fehn“ wurde später Großefehn. Weitere Neugründungen im Moor waren Boekzetelerfehn 1647, Lübbertsfehn 1637, Hüllenerfehn1639 und Hooksterfehn, heute Jheringsfehn, um 1660. Dieses wurde 1771 vom Steuerbezirk Timmel abgetrennt und zu einem eigenständigen Steuerbezirk erhoben. (Quelle: Kulturhistorischer Abriß von Siegfried Lüderitz)

1630

1630 kam es zu einer Aufteilung der früheren Klosterländereien, die mittlerweile als herrschaftliches Vorwerk in den Besitz des Grafenhauses übergegangen waren. Es wurden vier halbe Herde, jeweils um 20 ha groß, vom Vorwerk abgetrennt und an vier Interessenten vererbpachtet, die sich an der Nordseite der heutigen Ulbarger Straße ansiedelten. Das war die Geburtsstunde von Timmel-Ost, auch Ostkommune genannt. (Quelle: Kulturhistorischer Abriß von Siegfried Lüderitz)

1629

Ein funktionierendes Armenwesen ist in Timmel seit 1629 nachweisbar. (Quelle: Kulturhistorischer Abriß von Siegfried Lüderitz)

1624

1624 wurde das Dorf während des Dreißigjährigen Krieges durch die Mansfelder verwüstet, sie brannten 24 Häuser nieder. (Quelle: Kulturhistorischer Abriß von Siegfried Lüderitz)

1619

Die unter ständigen Geldschwierigkeiten leidenden Landesherren vererbpachteten das „Herrschaftliche Vorwerk“ ab 1619 an Privatleute. Bald danach begann die Aufteilung des ganzen Landkomplexes, indem einzelne Ländereien vererbpachtet wurden. Die Pächter errichteten Platzgebäude an der heutigen Ulbarger Straße. (Quelle: fehntouristik-eiland.de Stand: 2008)

1530

Nach 1530 gelangten im Zuge der Reformation die ostfriesischen Klöster und ihr Besitz in die Hand des ostfriesischen Grafenhauses. (Quelle: fehntouristik-eiland.de Stand: 2008)

1464

In diesem Jahr belohnt Kaiser Friedrich III den Häuptling Ulrich Cirksena in Emden mit der Reichsgrafschaft Ostfriesland.

13. Jahrhundert

Ersatz der Holzkirche durch einen Backsteinbau.

Das alte Timmel endete einst nicht weit hinter der Dorflinde. Als im Mittelalter auch in Ostfriesland Klöster entstanden, kam es um 1200 in Timmel zur Gründung eines Klostervorwerkes. Es handelte sich nicht um ein volles Kloster, sondern um einen landwirtschaftlichen Betrieb, in dem Laienbrüder für sich und ihr Stammkloster Ackerbau und Viehzucht betrieben. Der Landbesitz war mit 250 – 300 ha so groß wie ein ostelbisches Rittergut, war aber von Heide, Niederungs- und Hochmoor bedeckt und mußte nach und nach kultiviert werden. So sind die Laienbrüder des Klostervorwerkes zu Pionieren der Dorfentwicklung geworden. Es ist nicht sicher, zu welchem Kloster das Timmeler Vorwerk gehörte, wahrscheinlich aber anfangs zum Zisterzienserkloster Ihlow, danach zum Kloster Klarekamp in den Niederlanden und zuletzt zu Thedinga bei Nüttermoor. (Quelle: fehntouristik-eiland.de Stand: 2008)

Im Südosten des Dorfes hat es vermutlich seit 1221 ein Klostervorwerk der Zisterzienser gegeben, von dem die Graben- und Wallanlage noch gegen Ende des 20. Jahrhunderts erkennbar war. (Quelle: Kulturhistorischer Abriß von Siegfried Lüderitz)

12. Jahrhundert

Vermutlich 1121 kam es zur Niederlassung von Zisterziensern in Timmel. (Quelle: Kulturhistorischer Abriß von Siegfried Lüderitz)

Erster Bau einer Holzkirche in Timmel. (Quelle: fehntouristik-eiland.de Stand: 2008)

884

Nach der in den Familien der Theelbauern von Generation zu Generation weitergegebenen Überlieferung hängt die Entstehung der Theelacht mit der „Normannenschlacht“ zusammen, die im Herbst 884 in der Nähe von Norden stattfand. Dabei erlitten die Eindringlinge aus Skandinavien, Normannen genannt, eine schwere Niederlage, die praktisch die Befreiung Frieslands von einer als sehr streng und grausam geschilderten Herrschaft brachte. Zum immerwährenden Gedächtnis an dieses bedeutsame Ereignis wurde den Norder Kämpfern ein großes Gebiet in gemeinschaftliche Dauernutzung übergeben: Die Hilgenrieder Bucht, in deren Bereich die Schlacht geschlagen worden sein soll. Sie war damals noch nicht eingedeicht und wurde häufig überschwemmt, insbesondere bei Sturm- und Springfluten. Noch heute ist sie deutlich an ihrer tieferen Lage im Gelände zu erkennen. (Quelle: www.theelacht.de)

802

In diesem Jahr erkennt Karl der Große die Rechte der Friesen an.

8. Jahrhundert

In Timmel liefen im Jahr 2004 die Vorarbeiten zum Bau der Reit- und Sportzentrums an. Es erfolgten archäologische Rettungsgrabungen, die im Jahr 2007 abgeschlossen wurden. An dieser Stelle der letzte Bericht:

FdStNr. 2611/4:24, Gde. Großefehn, Ldkr. Aurich

Die Rettungsgrabung auf einer etwa 1,7 ha großen Fläche im Bereich des geplanten Reit- und Sportzentrums konnte den Winter über fortgesetzt und zum Ende des Februar abgeschlossen werden (s. Fundchronik 2006). Die Erhaltungsbedingungen für die überwiegend flachen und unscheinbaren frühmittelalterlichen Befunde waren denkbar schlecht, vor allem, weil jüngere, durchschnittlich 5 m breite Ackerbeetgräben im Abstand von etwa 6 m das gesamte Areal durchzogen. Im Verlauf dieser Gräben sind kaum noch Siedlungsspuren zu dokumentieren gewesen. Trotzdem lassen sich anhand von Pfostengruben und Wandgräbchen sieben Hausplätze ausmachen, dazu kommen geringe Reste dreier weiterer, die nicht genügend gefaßt werden können

Wie für Siedlungsplätze dieser Zeitstellung in Ostfriesland üblich, sind auf dem Gelände nach und nach zahlreiche Gräbchen eingebracht worden, deren Verlauf mit z. T. wechselnden Breiten als linear, bogenförmig oder winklig mit wechselnder Ausrichtung zu beschreiben ist. An Kreuzungspunkten oder Zusammenläufen existierten bisweilen größere flache Gruben, die wohl als Wasserentnahmestellen oder Viehtränken dienten. Ein Graben muß zudem einen großen Brunnen mit Oberflächenwasser versorgt haben. Die genannte Überprägung mit den neuzeitlichen Ackerbeetgräben läßt aber kein geschlossenes Bild erkennen, aus dem Parzellenstrukturen oder Wirtschaftsbereiche abzulesen wären. Eine Ausnahme stellt eine rechteckige, 8 x wenigstens 12 m große Fläche im Ostteil der Grabungsfläche dar.

Anhand der Keramikfunde läßt sich eine gewisse Dynamik und damit ein zeitlicher Ablauf in der Besiedlung des Platzes erkennen: Im Osten und Nordosten der untersuchten Fläche lieferten die Befunde fast ausschließlich Scherben der Weichen Grauware, und zwar Ränder von Ei- als auch solche von frühen Kugeltöpfen. Außer mehr als einem halben Dutzend an Siedlungsgruben unbekannter Funktion kam dort auch eine Feuerstelle mit verziegeltem Lehmboden zutage (Bef. 20). 4 m östlich von ihr gaben Wandgräbchen den Hinweis auf ein Gebäude, das aufgrund seiner geringen Breite von höchstens 3,30 m kaum als Wohnstallhaus anzusprechen ist (Haus 1). Knapp 45 m südwestlich davon hatte sich ein größerer Grundriß von mindestens 14 m Länge und 5 m Breite erhalten (Haus 2). Seine Ausrichtung von Westsüdwest nach Ostnordost wich deutlich von der der übrigen Häuser ab, die allesamt westlich eines mehrfach veränderten Grabensystems gelegen haben. Keramikfunde aus diesen Gräben gehören ebenso wie einige aus einem Graben, der den Standort des Hauses 2 überlagerte, der Muschelgrusware an. Nach der Fundverteilung werden die Häuser 1 und 2 sowie die sie umgebenden Befunde einem früheren Horizont zuzuordnen sein als die Häuser 3 bis 7, in deren Umfeld die Muschelgrusware dominierte.

Die Häuser 3 bis 7 zeigten ebenfalls nur fragmentarisch erhaltene Spuren von flachen Wandgräbchen und keine Innenpfosten. Sie lagen in engem Abstand wie aufgereiht nebeneinander, wobei zwischen den Häusern 4 und 5 noch ein weiteres existiert haben könnte. Allerdings fand sich dort keine weitere Wasserstelle, wie sie in Gestalt von kleineren Gruben und größeren Flachbrunnen jeweils an einer Ecke der übrigen Häuser charakteristisch waren. Die Reihe der Häuser wurde im Norden von einem Kreisgraben mit einem Durchmesser von knapp 10 m abgeschlossen. Da er mittig tief von einem jüngeren Ackerbeetgraben durchschnitten worden ist, sind in seinem Inneren keine Befunde erhalten gewesen, die Auskunft über seine ursprüngliche Funktion geben könnten.

Die frühmittelalterlichen Häuser von Timmel lassen sich als gut 5 m breite einschiffige Wandpfostenhäuser beschreiben. Bei den Häusern 4 und 5 fallen jeweils im Osten zwei kräftigere Pfosten im Abstand von knapp 1 m auf, die anscheinend die Mitte der Giebelwand anzeigen. Diese Bauweise ist bereits von Häusern in Hesel, Ldkr. Leer (Bärenfänger 1998, 47 f.) bekannt. Dort gehörten regelmäßig Speicherbauten – Rechteckspeicher und Rutenberge – zu den Gehöften, die in Timmel offensichtlich fehlen. Nur fünf kräftigere Pfosten im Bereich des Hauses 5 und eine unregelmäßige Pfostensetzung südwestlich des Hauses 1 könnten Überreste von Erntespeichern sein. Solche sind angesichts der geringen Größe der Häuser in einer ländlichen Siedlung durchaus zu erwarten. Vielleicht hat auch der Kreisgraben einen obertägig angelegten Speicherkomplex umgeben und vor gefräßigen Nagern geschützt.

Abb. 2  Gefäßscherben der Weichen Grauware (1-6), der Muschelgrusware (7-14), außerdem Badorfer Import (15) und eine granitgrusgemagerte Handhabe (16) (Zeichnung: P. Schamberger).

Zur Datierung der Siedlung lassen sich Keramikfunde heranziehen. Von der weichen Grauware liegen Scherben von Eitöpfen (Abb. 2,1-3) und von frühen Kugeltöpfen (Abb. 2,4-6) vor. Die nachfolgende Muschelgrusware ist ebenfalls mit Kugeltöpfen (Abb. 2,7-9) sowie mit einem seltenen Kumpf (Abb. 2,10) vertreten. Besonders erwähnenswert sind randständige Henkel (Abb. 2,11-14), die in dieser Weise wohl noch nie bei der Muschelgrusware beobachtet worden sind. In diesem Zusammenhang ist auf die gute Qualität hinsichtlich Feinheit der Magerung und dem guten Brand der Timmeler Muschelgrusware hinzuweisen. Vielleicht hat hier ein besonders versierter Töpfer sein Handwerk betrieben. Als einziges Importstück ist der Boden eines derben Topfes Badorfer Machart (Abb. 2,15) zu nennen. Als Unikum ist ferner ein granitgrusgemagerter gelochter Griff (Abb. 2,16) anzusehen, der vielleicht zu einer weitmündigen Schale gehört hat. Anhand dieses Fundspektrums und vor dem genannten Hintergrund der Verteilung der Warenarten auf dem Gelände läßt sich nach einem Beginn der Siedlung in der ersten Hälfte des 8. Jahrhunderts eine Verlagerung der Hausplätze weiter nach Westen in der Zeit um 800 postulieren. Da jedwede jüngere Keramikfunde ausblieben, müssen die Hofstellen wohl noch in der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts an einen bisher unbekannten Ort umgezogen sein.

Lit.: Bärenfänger, R. 1998: Von der Steinzeit bis zum Mittelalter: Ergebnisse archäologischer Forschung in Hesel. In: Gemeinde Hesel (Hrsg.), Hesel – Wüste Fläche, dürre Wildnis und magere Heidepflanzen. Der Weg eines Bauerndorfes in die Moderne. Weener 1998, 19-72.

(Quelle: www.ostfriesischelandschaft.de)

Timmel vor rund 1000 Jahren

Timmel wird zum ersten Male unter der Bezeichnung „Timberlae“ in einem Grundbuch vor etwa 1000 Jahren erwähnt. Timberlae bedeutet doppelt Holz/Baum. Nachweisbar ist ein Eichenwald von 7 ½ Hektar Fläche, der aber schließlich der Landwirtschaft weichen mußte. Bestimmender für den Ort sind aber seit alters her die Flußläufe, hier Tiefs genannt und die Binnenseen, Meere genannt. Das Fehntjer Tief ist der Hausfluß. (Quelle: fehntouristik-eiland.de Stand: 2008)

Vor- und Frühgeschichte

Die ältesten von Menschen hinterlassenen Funde sind Keramikscherben der Römischen Kaiserzeit (0–375 n.Chr.) und des frühen Mittelalters am Fehntjer Tief Nordarm. Sie deuten auf einen Anlegeplatz und Schiffsverkehr hin. Im Südosten des Dorfes sind frühmittelalterliche Siedlungsspuren mit Häusergrundrissen des achten Jahrhunderts entdeckt worden.